Sind Aluminium-Strangpressprofile zum Biegen geeignet?

Viele Aluminiumprofile brechen beim Biegen. Andere knittern oder verlieren ihre Formstabilität. Diese Probleme verursachen Material- und Zeitverschwendung. Die meisten Fehler sind auf die Wahl der falschen Legierung oder Härtung zurückzuführen.
Für das Biegen geeignete Aluminium-Strangpresslegierungen sind solche mit ausgewogener Festigkeit und Duktilität, die eine plastische Verformung ohne Rissbildung ermöglichen, wie beispielsweise bestimmte Legierungen der Serien 6xxx und 5xxx in geeigneten Zuständen.
Das Biegen ist nicht nur ein Formungsschritt. Es ist ein Materialverhaltenstest. Das Verständnis der Grenzen von Legierungen vor dem Biegen vermeidet kostspielige Neukonstruktionen und Ausschuss.
Welche Aluminiumlegierungen bieten die beste Biegsamkeit?
Die schlechte Biegbarkeit überrascht Käufer oft. Auf dem Papier sehen viele Legierungen ähnlich aus. In der Praxis unterscheiden sie sich jedoch stark in ihrem Biegeverhalten.
Aluminiumlegierungen mit der besten Biegbarkeit sind Legierungen mit geringer bis mittlerer Festigkeit und hoher Duktilität, insbesondere die Serien 6xxx wie 6063 und 5xxx wie 5052.

Die Biegsamkeit hängt davon ab, wie viel Belastung eine Legierung aufnehmen kann, bevor sie bricht. Dies hängt eng mit der chemischen Zusammensetzung der Legierung und ihrer Kornstruktur zusammen.
Warum Duktilität wichtiger ist als Festigkeit
Beim Biegen dehnt sich der Außenradius, während der Innenradius zusammengedrückt wird. Wenn sich die Legierung nicht ausreichend dehnen kann, entstehen Risse.
Legierungen mit hoher Duktilität ermöglichen:
- Größere Biegeradien
- Engere Kurven
- Weniger Oberflächenrisse
Hochfeste Legierungen widerstehen Verformungen. Dieser Widerstand erhöht das Risiko von Rissbildung.
Leistungsstärkste Legierungsfamilien
Legierungen der Serie 6xxx sind die gängigste Wahl für gebogene Strangpressprofile.
Gründe dafür sind unter anderem:
- Ausgewogenes Verhältnis von Magnesium und Silizium
- Stabile Kornstruktur
- Vorhersehbare Reaktion auf die Bildung
6063 wird häufig für gebogene Rahmen und architektonische Formen verwendet. 6061 lässt sich ebenfalls biegen, erfordert jedoch größere Radien.
Legierungen der Serie 5xxx, wie beispielsweise 5052, bieten eine noch höhere Duktilität. Sie lassen sich sehr gut biegen, werden jedoch bei komplexen Strangpressprofilen seltener verwendet.
Vergleich der Biegsamkeit nach Legierung
| Legierung | Relative Biegsamkeit | Typischer Biegeradius |
|---|---|---|
| 6063 | Sehr hoch | Eng |
| 5052 | Sehr hoch | Sehr eng |
| 6061 | Mittel | Mäßig |
| 6005A | Mittel-niedrig | Groß |
| 7075 | Sehr niedrig | Sehr groß |
Diese Tabelle zeigt einen klaren Trend. Mit zunehmender Festigkeit nimmt die Biegsamkeit ab.
Praktische Hinweise zur Legierungsauswahl
Für Konstruktionen, die gebogen werden müssen:
- Wählen Sie die Legierung mit der geringsten Festigkeit, die den Belastungsanforderungen entspricht.
- Vermeiden Sie kupferreiche Legierungen
- Biegen frühzeitig in der Konstruktion festlegen
Aus Biegeversuchen in vielen Projekten geht hervor, dass allein durch die Wahl der Legierung das Risiko von Rissen um mehr als die Hälfte reduziert werden kann.
Die Aluminiumlegierung 6063 bietet eine hervorragende Biegbarkeit für Extrusionsbiegevorgänge.Wahr
Seine ausgewogene Chemie sorgt für hohe Duktilität und stabiles Verformungsverhalten.
Hochfeste Aluminiumlegierungen lassen sich im Allgemeinen besser biegen als niedrigfeste Legierungen.Falsch
Eine höhere Festigkeit bedeutet in der Regel eine geringere Duktilität und ein höheres Risiko für Rissbildung beim Biegen.
Wie wirkt sich die Temperierung auf die Biegefestigkeit aus?
Die Auswahl der Legierung ist nur die halbe Entscheidung. Die Temperierung entscheidet oft über Erfolg oder Misserfolg.
Die Aluminiumhärte hat einen starken Einfluss auf die Biegefestigkeit, da härtere Härtungen die Duktilität verringern, während weichere Härtungen eine größere plastische Verformung ermöglichen.

Die Temperierung beschreibt die thermische und mechanische Geschichte von Aluminium. Sie bestimmt Festigkeit, Härte und Duktilität.
Gängige Legierungen für das Biegen
Extrudiertes Aluminium wird häufig in folgenden Zuständen geliefert:
- T4: lösungsbehandelt und natürlich gealtert
- T5: nach dem Strangpressen gekühlt und künstlich gealtert
- T6: lösungsbehandelt und künstlich gealtert
Jedes verhält sich beim Biegen anders.
Weichere Gemüter lassen sich besser formen.
Die T4-Härte bietet die beste Biegsamkeit. Sie ermöglicht das Gleiten und Dehnen der Aluminiumkörner.
Vorteile von T4 beim Biegen:
- Geringere Streckgrenze
- Höhere Dehnung
- Geringeres Risiko von Rissbildung
Die Härtestufen T5 und T6 sind stärker, aber weniger nachsichtig.
Kompromiss zwischen Festigkeit und Formbarkeit
Die Verwendung einer weichen Härte verbessert die Biegbarkeit, verringert jedoch die Endfestigkeit. Bei vielen Projekten wird dieses Problem gelöst, indem zuerst gebogen und dann gealtert wird.
Typischer Ansatz:
- Extrudieren in T4
- Biegen durchführen
- Wärmebehandlung auf T6
Diese Abfolge verbessert sowohl die Formbarkeit als auch die endgültige Leistungsfähigkeit.
Vergleich des Einflusses der Temperatur
| Temperament | Stärke Level | Biegbarkeit |
|---|---|---|
| T4 | Niedrig | Ausgezeichnet |
| T5 | Mittel | Mäßig |
| T6 | Hoch | Schlecht |
Das Ignorieren der Temperatur führt oft zu unerwarteten Rissen, selbst bei der richtigen Legierung.
Aus der Produktionserfahrung geht hervor, dass ein Wechsel von T6 zu T4 vor dem Biegen viele Fehlerfälle löst, ohne dass die Legierung geändert werden muss.
Weichere Aluminiumlegierungen wie T4 verbessern die Biegefestigkeit.Wahr
Eine geringere Härte ermöglicht eine größere plastische Verformung ohne Rissbildung.
T6-gehärtetes Aluminium lässt sich aufgrund seiner höheren Festigkeit leichter biegen als T4.Falsch
Eine höhere Festigkeit verringert die Duktilität und erhöht das Risiko von Rissbildung.
Können dickwandige Strangpressprofile sauber gebogen werden?
Die Dicke erhöht den Schwierigkeitsgrad zusätzlich. Viele gehen davon aus, dass dicke Wände sich nicht gut biegen lassen. Das ist nicht immer der Fall.
Dickwandige Aluminiumprofile lassen sich sauber biegen, wenn Legierung, Härte, Biegeradius und Werkzeuge richtig gesteuert werden.

Die Wandstärke beeinflusst die Spannungsverteilung beim Biegen. Je dicker die Wand, desto größer ist der Spannungsunterschied zwischen Innen- und Außenfläche.
Herausforderungen bei dicken Abschnitten
Häufige Probleme sind:
- Rissbildung am Außenradius
- Innenradius-Faltenbildung
- Querschnittsverzerrung
Diese Probleme nehmen mit zunehmender Dicke und engen Biegeradien zu.
Wichtige Faktoren, die sauberes Biegen ermöglichen
Das saubere Biegen von dicken Strangpressprofilen erfordert:
- Ausreichend großer Biegeradius
- Weiches Temperieren vor dem Biegen
- Internes Support-Tooling
- Kontrollierte Biege-Geschwindigkeit
Dornstücke oder Füllstücke können Hohlprofile stützen.
Biegeradiusregeln für dicke Wände
Eine einfache Richtlinie lautet, den Biegeradius mit zunehmender Wandstärke zu vergrößern.
Typische Faustregel:
- Dünne Wand: Radius entspricht dem 1- bis 2-fachen der Wandstärke
- Dicke Wand: Radius entspricht dem 3- bis 5-fachen der Wandstärke
Dies sind Ausgangspunkte, keine Garantien.
Faktoren für die Biegefestigkeit dickwandiger Bauteile
| Faktor | Auswirkung auf die Biegung |
|---|---|
| Wandstärke | Höherer Stress |
| Biegeradius | Kontrolliert die Belastung |
| Temperament | Steuert die Duktilität |
| Werkzeugbau | Formsteuerung |
Dickwandige Teile lassen sich oft besser biegen, wenn man mehrere Etappen durchführt, anstatt alles in einem Durchgang zu machen.
Aus Versuchen in der Werkstatt geht hervor, dass die meisten Fehler beim Biegen von dicken Extrudaten darauf zurückzuführen sind, dass man versucht, Regeln für dünnwandige Teile anzuwenden.
Dickwandige Aluminiumprofile lassen sich mit einer geeigneten Prozesssteuerung erfolgreich biegen.Wahr
Radius-, Temper- und Werkzeuganpassungen reduzieren Rissbildung und Verformungen.
Dickwandige Aluminiumprofile können nicht gebogen werden, ohne zu reißen.Falsch
Rissbildung lässt sich mit den richtigen Legierungs- und Biegeparametern vermeiden.
Sind bestimmte Legierungen beim Biegen anfällig für Rissbildung?
Ja. Einige Legierungen brechen leicht, selbst bei leichter Biegung. Dieses Risiko muss frühzeitig erkannt werden.
Bestimmte Aluminiumlegierungen neigen aufgrund ihrer geringen Duktilität, ihrer groben Kornstruktur oder ihres hohen Gehalts an Legierungselementen wie Kupfer und Zink zu Rissbildung beim Biegen.

Rissbildung ist ein Symptom für begrenzte Belastbarkeit. Die chemische Zusammensetzung der Legierung spielt dabei die Hauptrolle.
Hochrisikogruppen von Legierungen
Zu den Legierungen mit höherem Rissbildungsrisiko gehören:
- Legierungen der Serie 2xxx
- Legierungen der Serie 7xxx
- Überalterte 6xxx-Legierungen
Bei diesen Legierungen wird Festigkeit vor Formbarkeit priorisiert.
Warum Kupfer und Zink Rissbildung verstärken
Kupfer und Zink verstärken Aluminium, verringern jedoch die Gleitfähigkeit zwischen den Körnern. Beim Biegen konzentriert sich die Spannung an den Korngrenzen.
Dies führt zu:
- Entstehung von Mikrorissen
- Rissausbreitung entlang der Biegelinie
- Plötzlicher Bruch
Oberflächenrisse mögen klein erscheinen, wachsen jedoch während des Betriebs häufig weiter.
Einfluss der Kornstruktur
Grobe Körner verschlechtern die Biegefestigkeit. Sie verringern die gleichmäßige Verformung.
Die Korngröße wird beeinflusst durch:
- Extrusionstemperatur
- Kühlgeschwindigkeit
- Zusammensetzung der Legierung
Eine schlechte Prozesskontrolle erhöht das Risiko von Rissen selbst bei normalerweise biegbaren Legierungen.
Vergleich des Rissrisikos
| Legierung | Rissbildungsrisiko | Biegbarkeit |
|---|---|---|
| 6063 | Niedrig | Hoch |
| 6061 | Mittel | Mittel |
| 6005A | Mittelhoch | Niedrig |
| 2024 | Hoch | Sehr niedrig |
| 7075 | Sehr hoch | Extrem niedrig |
Designer sollten bei Biegeanforderungen risikoreiche Legierungen vermeiden. Ist dies unvermeidbar, sind größere Radien und weichere Härtungsgrade zwingend erforderlich.
Aus der Fehleranalyse geht hervor, dass Risse in Legierungen beim Biegen selten zufällig auftreten. Sie sind vorhersehbar und vermeidbar.
Kupfer- und zinkreiche Aluminiumlegierungen neigen beim Biegen eher zu Rissbildung.Wahr
Diese Elemente verringern die Duktilität und erhöhen die Spannungskonzentration.
Alle Aluminiumlegierungen weisen beim Biegen ein ähnliches Rissrisiko auf.Falsch
Das Risiko von Rissen variiert stark je nach Legierungszusammensetzung und Temperierung.
Schlussfolgerung
Das erfolgreiche Biegen von Aluminiumstrangpressprofilen hängt von der Duktilität der Legierung, der Wahl der Härtung, der Kontrolle der Wandstärke und dem Bewusstsein für das Risiko von Rissen ab. Die frühzeitige Auswahl biegungsfreundlicher Legierungen und weicher Härtungen verhindert Fehler und gewährleistet saubere, wiederholbare Biegeergebnisse.




